ÜBERRASCHUNGSFELD:
„das einzig beständige ist der Wandel
– sei beim Spiel also auf alles gefasst“

Also manchmal ist so ein Spiel schon ziemlich abgedreht – im wahren Leben gibt’s das ja nicht: aufstehen mit wolkenverhangenem Grau, mittags strahlender Himmel bei über 30 Grad, abends dann ein Sturzregen und das gleich mehrmals…

Und was machen unsere Mitspieler hier beim Spiel des Jahres 2013?

Immer schön flexibel bleiben, fliegender Klamottenwechsel und stets bei guter Laune. Kaum zu glauben? Entscheiden Sie selbst:

Das Programm hatten wir am Vorabend wegen der drückenden Hitze noch geändert in einen Badetag. Auf dem Tagesplan stand: „Schiffe versenken am See“. Unschwer für unsere geübten Mitspieler, die dahinter versteckte Wasserschlacht zu erkennen.

Zum Frühstück gab’s noch keine Sonne, aber  -Dank der netten Bäckerin- frische Brezeln und Sonntags-Brötchen. Und nichts außer dem Tagesplan wies auf Badewetter hin.

Als dann anschließend unser Mose von der Sklaverei in Ägypten erzählte, sahen wir die ersten verschämten Sonnenstrahlen. Den Ärger über Unfreiheit und Sklaverei konnten die Kinder kaum besänftigen. Immerhin mussten wir erkennen, dass solche Zustände für unterdrückte Menschen selbst heute noch nicht abgeschafft sind.

Bereits zum Mittagessen war die Sonne so stechend, dass die uneingeschränkte Hutpflicht wieder in Kraft trat. Die Küche bot wegen der Hitze statt der geplanten Kässpätzle lieber einen leichten griechischen Salat an. Der kurze Weg zum See durfte nur mit dick Sonnencreme angetreten werden, dafür war die Badewiese schattig, denn beim Schiffe versenken musste man doch tatsächlich rennen…

Alle Mitspieler gingen danach unter die warme Dusche, manche bei Sonnenschein und als sie wieder rauskamen regnete es. Zu Beginn des Gewitters versammelten sich alle im großen Esszelt. Der Regen kann auf Zeltstoff ganz schön laut sein, aber wir waren lauter: von „Die Affen rasen durch den Wald“ bis „Du bist mein Zufluchtsort“ – schließlich hatten wir den Regen nieder gesungen.

Zum Abendessen kam er dann wieder, aber gegen Kässpätzle hatte er keine Chance. Das Abendprogramm fand in den Gemeinschaftszelten statt: Gummistiefel, Regenmantel und ein beruhigendes Rauschen oder Tropfen – war das heute schon mal anders?

Wohl schon – wenn man den Nachrichten glaubt. Wie wollen wir es nennen:
„Glück beim größten Spiel des Jahres?“ oder „Bewahrung in Gottes Hand?“