ROCHADE:
„Wohin geht das schlechte Wetter, solang bei uns das gute ist?“

Heute hat unsere Entdeckungsreise voll auf gutes Wetter gesetzt. Und genau das kam dann auch – sogar immer wieder.

So freundlich der Morgen auch begonnen hatte, mitten in den Hobbygruppen regnete es wieder unerwartet kräftig. Ein Glück, dass wir schon am Vortag alle Studios und Werkstätten in Zelte, oder unter Holzdächer und Sonnensegel verlegt hatten. Also kein Problem und wirklich  entspannend, unter gemütlichem Rauschen im Trockenen zu schnitzen.

Die Torwand ist inzwischen ausgesägt und bemalt, der Zoo an Perlentieren wächst ständig, das Lagerradio geht immer länger auf Sendung und häufig sind Mützchen häkelnde Kinder überall anzutreffen, die selbst in der Freizeit unbedingt weiter arbeiten wollten. Von wegen Oma lässt grüßen – selten so modische und knallige Pudelmützen gesehen wie auf dem Sonnendeck unseres Forschungsschiffs.

Dieses navigiert übrigens mit unseren selbst gebauten Sextanten und ist voll auf Kurs.

Nach Spaghetti Bolognese und Gurkensalat lachte die Sonne und der Tag schien gerettet, aber bald schon standen wir wieder auf dem Überraschungsfeld. Gerade als der berühmte italienische China-Forscher und Handlungsreisende Marco Polo zu uns sprechen wollte, war plötzlich lautes Babygeschrei vom See her zu hören. Mitten im Wasser trieb ein Floß, auf dem der kleine Mose lag. Doch keine Sorge, natürlich gelang es den erfinderischen Mitspielern das Baby zu retten.

Aber dann war endlich der Marco Polo dran – noch am See, jenseits der schwer bewachten Chinesischen Mauer, erzählte er von seinem Problem: Beste Seide wurde benötigt für einen wertvollen Teppich im Vatikan. Da ließen sich unsere Mitspieler nicht lange bitten und beschafften aus dem fernen China die Stoffstücke in den dort üblichen Dezimeterquadraten. Es war schon knifflig, die über den chinesischen Zoll -oder eben dran vorbei- vorbei zu bringen.

Und dann war’ endlich klar – der entspannte Abend war nicht nur hochverdient, sondern auch wettermäßig dran. Grillwürste am selbst gerichteten Lagerfeuer, Stockbrot und zum Nachtisch gebräunte Marshmallows. Die Stimmung an den vier Lagerfeuern der vier Zeltgemeinschaften war ebenso prächtig wie unterschiedlich:

Die einen sangen mit Gitarre und Cajonito, die anderen legten noch mal ordentlich nach und zogen das Feuer hoch oder man saß gemütlich im gemischten Kreis bei leisem Gespräch um die Glut wenn da nicht sogar ein bisschen geflirtet wurde…

Inzwischen träumen unsere großen Spieler in den Zelten und wir können nur ahnen wovon – Wurstgrillen? Weltreisen? Wollmützchen?