Die Reihenfolge der Spiele wurde heute etwas umgestellt. Manchmal ist es einfach sinnvoller sich der Witterung anzupassen als der Versuch eines Wettsegelns bei Windflaute oder Federball bei stürmischer Brise. Schon das Anschuggerle (hochdeutsch: der Morgenimpuls) vertiefte das Thema, wie Gott es schafft, das Wetter zu ordnen und wie wir das finden – nämlich ab und zu gar nicht so gut.
Aus ganz ähnlichen Erwägungen entstanden damals auch die Olympischen Winterspiele. Im Jahr 1925 beschloss das IOC (Internationales Olympisches Komitee) die Einführung der Winterspiele weil für Eiskunstlauf und Eishockey das Wetter im Sommer einfach nie so richtig gepasst hat. Seither laufen diese Disziplinen einwandfrei.

Also haben wir einige Sportarten vorgezogen und am Freitag sind dann wohl wieder Schwimm-Wettkämpfe dran. Die Folge war: die Hobbygruppen, heute zum dritten Mal in Folge, sind fast alle fertig. Glaubt man Olymp Aktuell, der offiziellen Presse, dann sind respektable Ergebnisse zu vermelden:

Die Segelflieger segeln um die Wette, in der Sauna ist es dampfend heiß und die Geduldsspiele fordern viel … Geduld. Über die Träume der Traumfänger liest man Unglaubliches und von der Zumba-Gruppe ist fast nichts zu sehen. Nur hin und wieder dringt Musik aus dem geheimen Trainingslager. Außerdem Gerüchte, dass man sich noch auf Überraschungen gefasst machen darf.
Im Ping-Pong können jetzt 16 Spieler gleichzeitig an der Platte die vielen neuen Tischtennisschläger einsetzen, die sie selbst gebaut haben, ihren eigenen Anforderungen gemäß.
Die Perlentiere stehen praktisch von Anfang an unter Artenschutz und in Solidarität dazu war auch das Mittagessen vegetarisch: Schupfnudel-Ratatouille mit Sahnedip und mindestens sieben Gemüsearten, sofern man nur die identifizierbaren mitzählt. Der Umstand, dass es den Trainern und den Leuten vom Organisationskomitee gerade mal ein Tellerchen gelangt hat, lässt nur eine Vermutung zu: den Olympioniken hat’s einfach zu gut gemundet.

Danach wurden in feierlichem Rahmen die Medaillen im Wippenweitschleudern* vergeben. Gold ging an Jola, Silber an Julia und Bronze wieder an Len. Der „ewige Dritte“ durfte immerhin bisher jeden Tag auf’s Treppchen steigen.
* Anmerkung: beim olympischen Wippenweitschleudern werden nicht etwa Wippen weit geschleudert, sondern ein Softball mit einer Hebelwippe. Der momentane Weltrekord liegt bei 19,75 m. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis auch hier die 20 m geknackt werden.

Der anschließende Olympische Lager-Mittag war nicht nur ein sportliches, sondern vor allem ein gesellschaftliches Großereignis. Wieder standen schwierige Entscheidungen an: Besucht man die Fußballarena und trifft dort womöglich die Kanzlerin oder lässt man sich beim Friseur-Weltmeister eines der angesagten Haarbändele legen. Die Männerdisziplin Spachteln ist ja inzwischen sogar für die Ebersbacher ein Riesenhype, aber auch manch musikalischer Leckerbissen war geboten. Selbst die Mafia soll bei der einen oder anderen Veranstaltung die Hände im Spiel gehabt haben, auf jeden Fall waren wieder viele Messer im Einsatz. Aber sicher nicht bei der Lesungspremiere eines zeitgenössischen Autors, die unter freiem Himmel in Höhe der Baumkronen statt fand.

Nach so viel Glitzer und Glamour verlief der Abend im gemütlichen Rahmen: Grillen am eigenen Spieß mit Wurst, Stockbrot und Marshmallows. Damit jeder in der ersten Reihe an der Glut sitzen konnte, wurden nicht weniger als vier Feuer gleichzeitig aufgeboten. Fünf mit dem olympischen, das mittlerweile wie selbstverständlich über der Skyline des olympischen Dorfs flackert.