Erneut wurde die Reihenfolge der Spiele an das Wetter angepasst. Eindeutigen Empfehlungen der Meteorologen folgend entschied das IOC gestern Abend kurz und knapp: Heute sind Schwimmen und Wassersport dran.

Nach zügiger Vorbereitung und einigen kleineren Paar-Wettbewerben zum Aufwärmen ließen wir das olympische Stadion zurück. Der Weg zum Leistungszentrum Wassersport war überschaubar und führte hinunter ins Lautertal. Die Badearena der olympischen Gastgebercity Erbstetten trägt den schwer aussprechbaren Namen: S’Davide Gompa. Hier wird eine Badelandschaft angeboten, die an ein naturbelassenes, sauberes Flussbett mit ebener, sonniger Liegewiese erinnert. Der Strömungskanal läuft konstant und das kühle, fließende Wasser kam den erhitzten Wettkämpfern sehr entgegen. Auch die Gastronomie funktionierte ausgezeichnet und alten Lagerhasen fiel gleich auf: „Beim Badetag am Fluss gab es doch noch nie warm…“. So ändern sich die Zeiten.

Hier hatten wir einfach ideale Voraussetzungen für die vielen neuen Disziplinen: Strömungswandern, Weitspritzen, Schlammwirbeln und Wasserrutschen. Alles natürlich zusätzlich zu den klassischen Wettschwimmarten.
Das ruhigere Schwimmbecken mit der rot-weißen Randeinfassung hatte allerdings ein kleines Problem. Das passiert hin und wieder bei extrem sauberen, ungechlorten Wasserbecken und Naturbädern: Hier hatten sich Piranhas breit gemacht. Ohne Medaillen, aber dafür mit viel Erfolg griffen unsere beherzten Sportler zur Selbsthilfe und machten diesem Spuk ein Ende. Trotz dieses nicht ungefährlichen Einsatzes kamen am späten Nachmittag wieder alle wohl behalten zurück zum Olympischen Dorf.

Dort kam endlich die extrem leitungsfähige neue Solaranlage zum Einsatz. Sie speist die Duschen mit Warmwasser und zwar so ausgiebig, dass wirklich alle Wettkämpfer zu dieser pre-olympischen Disziplin bewegt werden konnten. Das ist ein Wellness-Element, das noch nicht einmal die Lauter-Badearena zu bieten hat.
Diese Zeilen geben eingeschworenen Zeltlager-Eltern die Info:
„Aha, mein Kind hat heute also geduscht!“

Das verdoppelte Aufkommen nasser Handtücher und Badeklamotten bringt unsere Wäschetrocknungsanlage zwar fast an ihre Grenze, aber der zwischenzeitlich aufgekommene frische Wind half uns auch hier. Wohl dem, der das enge Zeitfenster zwischen Rückkunft und Regenbeginn zu nutzen wusste.

Damit sind wir beim heutigen dritten Wasser-Ereignis. Es regnet seit der Dämmerung kräftig und ausdauernd. Das Schöne daran: das beeinträchtigte unser Fest nicht im geringsten. Eine nette Überraschung ist dem IOC da gelungen, weil keiner bereits am Donnerstag mit einer Disco gerechnet hätte. Ursprünglich sah das Programm auch nur nach einer weiteren Trainingseinheit mit Musik aus. Doch dann wurde ein geradezu sportlicher Tanzevent daraus, denn die Animateure brachten wirklich alle auf die Beine. Die Küche steuerte Wraps und Cocktails bei und Musik, Deko und Stimmung waren vom Besten, was die Olympischen Spiele bisher zu bieten hatten.
Nur das geplante große Lagerfeuer fiel dem Wasser zum Opfer – diesmal…

Zum Schluss noch der heutige Medaillenspiegel:
Den Teebeutelweitwurf konnte Nico mit sensationellen 5,80 m derart überzeugend für sich entscheiden, dass er nicht einmal von der paralympisch stattfindenden Mitarbeiterwertung zu toppen war. Mit auf dem Treppchen standen Tommy und Fynn (Silber) und Emil (Bronze).
Im bereits gestern durchgeführten Wasserwettrennen der Herren wurden erst heute die Medaillen verliehen. Gold ging an Simon, Silber an Florian und Bronze an Felix.