Hart sollte es werden, ähnlich wie beim Iron-Man: nur die besten kommen durch – bzw. wieder zurück. So weit die Konzeption des Olympischen Hajk-Wettkampfes.

Überraschenderweise kam es ganz anders: Dank der großartigen Konstitution der Teilnehmer und entgegenkommender Witterung war’s sozusagen ein Kinderspiel, eine einfache Drei-Tage-Wanderung mit externen Übernachtungen.
Satt, sauber, trocken, glücklich als olympische Disziplin?
Üppiger Medaillenregen mit der Gieskanne sozusagen?
Diese kritischen Fragen muss sich das IOC nun gefallen lassen.
Die Befürworter des olympischen Hajk halten den Kritikern entgegen: geht doch selber mal auf Hajk und entscheidet danach ob’s ein Kinderspiel ist oder nicht!

35 km Fahrrad-Hajk sind schließlich nicht von Pappe, zumal noch mal dieselbe Strecke Fußweg zu bewältigen war.
Beim Kanu-Hajk auf der Donau stellte sich mitunter die Frage, ob die Kanuten auch in anderen Disziplinen gut genug sind, zum Beispiel im Schwimmen.
Hajk mit lauter Strecke, das bedeutet immerhin 52 km bei lauter lauter Lauter.
Beim Hajk mit Höhen auf Türmen und Aussichtsfelsen und Tiefen in Höhlen wurden selbst Sportler bergsteigermäßig angeseilt.
Ein Gourmet-Hajk, auf Hochleistungs-Nahrungszubereitung-und-Aufnahme ausgelegt, ist ebenfalls eine sehr breite Herausforderung.
Der Coole-Sachen-Hajk durfte stundenlang die Freilichtbühne belegen für ein eigenes Western-Theater. So gab es manche Rekorde, auch solche der ganz besonderen Art: Drei Flüsse müssen besonders müde machen. Davon zeugen 10 Stunden Nachtschlaf, die dieser Hajk regelmäßig zur Regeneration benötigte.

Kurz und gut: die Ansprüche der Hajk-Wettbewerbe sollten auf keinen Fall unterschätzt werden.

Nach zwei warmen und trockenen Tagen schwächelte das Wetter heute wieder ein wenig. Es gab zwar nur geringe Niederschläge, aber auch geringe Temperaturen. Trotzdem sammelten sich die Hajkioniken im Freibad Zwiefalten. Aus organisatorischen Gründen auch, vorrangig jedoch aus olfaktorischen. Wir hatten die schöne weitläufige Anlage dann auch ganz für uns alleine – exklusiv für Olympia sozusagen.
Die Rückkehr im Doppeldecker-Bus brachte alle wieder zurück in die Normalität, also in die olympische Normalität.

Das Abendessen setzte erneut Maßstäbe: Schweinerückensteak auf feinen Erbsen, Rosenkohl und Stangensellerie an Kartoffelbrei-Nocken.
Leider passierte der Küche beim Nachtisch eine kleine Panne. Die Verteilung erfolgte automatisch nach dem Schlüssel der weltweiten Lebensmittel-Verteilung. Das war nicht ganz so erfreulich für die afrikanischen Länder. Zum Glück waren unsere Teams aus Europa und Nordamerika nicht ganz so hartherzig wie das außerhalb der Sportwelt üblich ist. Da waren Diskussionen und einige Anläufe nötig, aber schließlich gelang bei uns der faire Ausgleich.