…ist inzwischen unser Zuhause. Gerade so, als ob alle schon seit Monaten hier zusammen leben und arbeiten würden. Die letzten Einweisungen sind angekommen, außerdem galt es sich wohl überlegt für die vertiefenden Schwerpunktthemen einzuschreiben, genannt: Hobbygruppen. Es macht im Lebenslauf der jungen Forscher eben schon einen deutlichen Unterschied, ob man den Kurs in Ballspielen, die Herstellung eines Balance-Board oder von anderen intelligenten Spielen belegt. Oder doch das Praktikum im Bootsbau – eine der Kernwissenschaften der alten Atlantis-Ingenieure. Und selbst einen Liegestuhl kann man zuerst zur Perfektion bringen, und danach zur Entspannung nutzen. Und überhaupt darf es ja auch Spaß machen.

Quasi ganz nebenbei reagierten alle sehr elastisch auf die schwüle Hitze und den dann plötzlich einsetzenden Regen. Das bedeutete gerade mal den Wechsel von Sonnenmütze zu Gummistiefeln – nur halt mehrmals! Aber keine Sorge, inzwischen liegen alle in ihren Schlafsäcken warm und trocken.

In der Hauptsache näherten wir uns heute dem Thema Atlantis immer mehr von der praktischen Seite an, auch ohne sensationelle neue Entdeckungen. Ein reiches, fruchtbares Land, ein freundlicher König, Künstler und Weise, die sich dem Nutzen der Menschen verantwortlich wissen… Was für eine Geschichte, eben eine Art von besonderer Gnade, in Atlantis dabei zu sein.
Für einzelne Skeptiker die jetzt fragen, woher wir diese Weisheiten haben, sei auf unseren anerkannten wissenschaftlichen Hintergrund verweisen. Sie kennen ja die „Akademie für Untergehen und Versinken“ in Buxtehude auch. Dort läuft dieses Sommersemester die Vorlesungsreihe: So war Atlantis
… oder vielleicht so ähnlich
… oder wenigstens hätte es so sein können
… zumindest ist nicht erwiesen, dass es nicht so war!

Die Mahlzeiten nach Originalrezepten aus Atlantis zeigten uns mal wieder, wie weit die Einflüsse dieser Hochkultur auf den gesamten Kulturraum der Hemisphäre zwischen Luxor und Tenochtitlan reicht. Wer etwa Spagetti mit Tomatensauce den Italienern zuschreibt, der hat nur bedingt recht. Die erbten diese Spezialität von der Römern, welche sie wiederum den Griechen abguckten und die – richtig: Atlantis!
So ist selbst die Resteverwertung zum Abendessen ein kulinarischer Höhepunkt: in etwas Olivenöl angeschwenkt, mit Walnüssen, Rucola und Parmesan – Spagetti atlantico!

Eine weitere Remanenz der atlantischen Weisen: die berühmten vier Elemente. Erde, Wasser, Feuer und Luft nahmen uns ebenfalls voll und ganz in Beschlag. So ist die Insel ja schließlich entstanden: Gestein aus dem Erdinnern, das sich mit Feuer und Glut entlang des mittelatlantischen Rückens aus dem Wasser erhob um schließlich wieder darin zu versinken – oder eben im Götzenbachsee…

Richtigstellung: Die freundlichen Hinweise von Uraltertumsforschern aus aller Welt veranlassen uns zu folgender Richtigstellung: der gestrigen exakten Datumsangabe des Untergangs von Atlantis vor 11.617 Jahren mögen gewisse Zweifel anhaften. Denkbar wäre auch ein oder zwei Jahre später. Die Berichte Platos weisen da eine gewisse temporäre Unschärfe auf.