…zeigt uns bereits bei unserem allerersten Forschungsansatz äußerst geheimnisvolle Strukturen in monochromem Licht. Und das ist erst der Anfang!

Aber ganz am Anfang gab‘s erst mal Wartezeit. Die Busse fuhren rund eine halbe Stunde später ab. Unsere Forscher nahmen‘s gelassen. Was bedeuten der Gemeinschaft der Altantis-Interessierten schließlich 30 Minuten angesichts der 11 617 Jahre, die Atlantis schon untergegangen ist. Dank Plato kennt man das genaue Datum und Dank unserer Busfahrer hat sich die Verspätung bis zum Götzenbachsee schon auf eine Viertelstunde minimiert. Trotzdem wollen wir uns natürlich bei allen entschuldigen, die sich darüber ärgern mussten.

Hier im Forschungscamp ging dann alles viel schneller. In Windeseile waren die Busse entladen, unzählige Gepäckstücke verschwanden in den Zelten und mehrmals setzten sich alle zusammen, um die Modalitäten des Atlantis-Camps zu koordinieren. In allem war man sich schnell einig. Nur die Vorlesungen von Professor Hansen-Petersen zogen sich wieder mal in die Länge. Er ist der Lehrstuhl-Inhaber an der Akademie für Untergehen und Versinken mit Spezialgebiet Atlantis. Und wer wollte dieser internationale Koryphäe das Wort abschneiden…

Und so konnte man schon vieles lernen: Alle nötigen Vorgänge und die Begrenzungen unseres Hierseins wurden besprochen, erlebt und abgeschritten. Danach stellte die erste Mahlzeit das beachtliche Niveau der Küche unter Beweis: Wurst und Würste, dazu Salat vom Schweinehals auf, in oder unter Brotscheiben diverser Sorten, abgerundet durch Rohkost-Scheiben, -Streifen oder -Würfel. Ob ausschließlich nach Originalrezepten gekocht wurde lässt sich nicht beweisen, aber geschmeckt hat‘s allen.

Derart gestärkt konnten wir uns dem wissenschaftlichen Höhepunkt des Tages stellen. Seit der Wasserspiegel des Götzenbachsees dem Sonnenlicht ausgesetzt ist gibt es Mythen, Erzählungen und Gerüchte um farbige Irrlichter im oder um den See. Besonders in der Abenddämmerung oder bei Nacht, wenn die Wasserfläche nicht mehr die Sonne reflektieren kann, treten diese spukhaften monochromen Lichterscheinungen auf. Dann und nur dann seien interessante Strukturen im See zu beobachten, die als Hinweise auf untergegangene Gebäude interpretiert werden können…

Sehr geheimnisvoll hörte sich das an und darum mussten wir einfach eigene Erfahrungen damit sammeln. Ausgerüstet mit je einer monochromen (also einfarbigen) Lichtquelle verteilten sich unsere Teams rund um den See. Die zunehmende Dämmerung und die angestrebte Bündelung der Lichtquellen zeigte dann tatsächlich nie gesehene Strukturen und – ich will es nicht verschweigen: Die gelben haben gewonnen!

Unheimlich schnell kam die Nacht und dann wurde es erst richtig atlantisch. Eine weitere Vorlesung unseres Professors: Geschichte von Atlantis – und was für eine. Erstmals und nur für unser Projekt hat er diese Geschichte öffentlich vorgetragen und wir werden davon noch hören.

Seit Mitternacht liegen unsere Forscher und Schatzsucher nun in ihren Zelten und träumen sich neuen Abenteuern entgegen. Ob man Atlantis wohl auch heutzutage noch erleben kann?