Das menschliche Gehirn funktioniert am besten bei knapp unter 37°. Normalerweise wird es dafür vom Körper leicht angewärmt, aber auch Hochleistungs-Denken selbst erzeugt Wärme. Wenn die Umgebungstemperatur nun deutlich über 30° ansteigt, dann muss der Körper sein Denkorgan aktiv kühlen und auch der Wärmeumsatz durchs Denken wird eingeschränkt. Die Folge: wir denken gedämpft, langsamer und meistens nur an Trinken, Eis und Abkühlung. Weil man für Atlantis-Forschung an der Weltspitze aber einen scharfen, wachen Verstand braucht nahm sich das gesamte Camp heute hitzefrei.

Schon morgens mit dem BE fing das an. Das war irgendwie viel zu langsam, eigentlich fast noch von gestern, denn es ging um – trübes Wasser!
Aber unseren Teams gelang die anspruchsvolle Aufgabe, die Dreckbrühe zu reinigen. Und zwar ganz ohne Hightech und Energieeinsatz. Nur mit Steinen, Sand und Erde. Das funktioniert wirklich! Dieses System ist von unserer Erde abgeguckt und funktioniert zum Glück perfekt. Nur darum ist das Grundwasser, von dem wir alle schöpfen, so sauber und rein. Und wieder erkennen wir, dass da wirklich ein ganz besonders großer Schöpfer dahinter steht.

Wir haben heute ordentlich Gebrauch von diesem sauberen Wasser machen können. Als Sprudel, Tee oder einfach pur – à la nature. Überschlagen wurden allein heute bei uns fast drei Hektoliter getrunken.

Auch das Mittagessen stand unter dem Motto: Ein Hauch von nichts, leicht und wenig belastend: Gerade mal 30 Kilo Kaiserschmarren mit cremig verfeinertem Apfelmus.
Gefolgt von einer ruhigen Mittagspause im Schatten. Kaum zu verstehen, warum da wer mitten im Zeltkreis eine Kaltwasserdusche aufgebaut hat. Hätte man doch dran denken müssen, dass das zu einer riesigen Wasserschlacht führen kann…

Derart gekühlt ging es anschließend mit frischem Schwung in die Hobbygruppen. Trotz des klimabedingten Schonbetriebs sind fast alle Kurse gut weiter gekommen. Nur unsere Fußballspieler wurden mehr als geringfügig ausgebremst. Schade, dass es der Gögginger Sportverein nicht geschafft hat, genügend Schattenbäume zwischen den Toren des Bolzplatzes zu pflanzen.

Aber dann kam‘s noch heißer. Die Küche bestand auf hitzefrei für alle und beschränkte das Abendessen auf die Ausgabe von Rohmaterial: Würstchen, Stockbrotteig und selbst der Nachtisch war zum selber grillen. Als ob es am Feuer angenehm kühl wär. Zum Glück kam leichter, erfrischender Niederschlag vorbei. Gerade genügend um für eine willkommene Abkühlung zu sorgen ohne jedoch die vier Grillfeuer zu gefährden. Noch einmal wurde es richtig feurig: unser Metzger lieferte die 180 Grillwürste heimlich in der Chilliversion. „Manche mögen‘s heiß!“ und für die wenigen Kostverächter gab‘s Grillkäse oder Lyonerbrötchen.

Die Abkühlung schreitet inzwischen weiter voran. Keine Minute zu früh setzte pünktlich zur Nachtruhe  ein leise rauschender, leichter Regen ein. Es gibt für die Nacht im Schlafsack nichts beruhigenderes als dieses Geräusch in einem dichten Zelt.

Unnötig anzumerken, dass wir zur der Vorbereitung des Atlantis-Lagers viele, viele Quadratmeter Zeltstoff neu imprägniert haben.