Unsere Atlantis-Forschung hängt fest. Um die Sonarbilder richtig einordnen und verstehen zu können, brauchen wir noch einen anderen Zugang zum Seeboden. Messwerte, Fotos, Materialproben, Vermessungsergebnisse…   Mindestens sollten wir Taucher haben, noch besser, ein Unterseeboot, am besten gleich mehrere!

Leider fanden wir in Göggingen keinen Lieferanten und einfach im Internet bestellen, das erschien uns zu gewagt. Logisch, dass dafür in die nächste Großstadt müssen. Also auf nach Schwäbisch Gmünd – bekannt für Schmuckwerkstätten, Spezialglasbetriebe und für seine Boots-Werften.
Darauf hat uns ein Mann namens Noah gebracht, Er wurde gerade heute von seinem Auftraggeber überrascht mit der dringenden Nachfrage nach nach einem Spezialboot. Bestellt wurde der Bau eines riesigen Vieh-Transportschiffs nach exakter Bauanleitung mit genauen Maßen, Strömungsbeiwerten und hydrodynamischen Kenngrößen. Genau wie Schwäbisch Gmünd war auch Noah weit entfernt vom Meer. Dennoch machte er sich sofort an den Bau und spannte seine ganze Familie mit ein. Und als das Schiff dann fertig war und die ganzen Tiere verladen, da war dann auch schnell das Meer da.

Vielleicht kennen sie ja die Geschichte von Noah, seiner Arche und der Sintflut. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass es eine Atlantis-Theorie gibt, die einen Zusammenhang zwischen der archäologisch tatsächlich fassbaren Super-Überflutung im östlichen Mittelmeerraum und dem Untergang von Atlantis sieht.

Nun, unser Ansatz “Götzenbachsee” ist ja ein deutlich anderer und darum sind wir heute alle nach Schwäbisch Gmünd – wegen der U-Boote. Zum Glück war das Wetter optimal. Die erste Teilstrecke bis zum Bahnhof Böbingen erwanderten wir locker und die Bahn brachte uns dann an den Rand… nicht des Wahnsinns, sondern der Innenstadt. Dort erwartete uns ein kräftiges Vesper mit großer Rohkost-Auswahl und fässerweise Getränken.

Frisch gestärkt visierten unsere jungen Forscherkollegen das Optimum an: ein U-Boot für jedes einzelne Team. Das könnte unsere wissenschaftlichen Erfolge unglaublich beflügeln, birgt aber natürlich auch das Risiko des Versagens. Außerdem ist es gar nicht möglich von jetzt auf sofort komplexe Tauchroboter einfach zu shoppen. Da kommt nur zum Ziel, wer es zäh und kreativ verfolgt. Schon allein die Beschaffung der einzelnen Komponenten gestaltete sich recht anspruchsvoll: Schiffsschraube, Hohlkörper, Tauchgewicht, Leitwerk.  Jedes Teil musste angepasst werden, alles zusammen gebaut, abgedichtet, die einzelnen Funktionen konfiguriert und zum Schluss die finale Testfahrt. Als Tauchbassin diente der zentrale Brunnen auf dem Marktplatz. Etwas mehr Tiefgang wäre vielleicht gut gewesen.
Aber das ist eine Eigenschaft, die der Stadtbrunnen von Schwäbisch Gmünd mit unserer heutigen Berichterstattung teilt. A-pro-pos schoppen: dafür war dann auch noch Zeit.

Sehr zufrieden mit dem riesigem Erfolg und 20 U-Booten im Gepäck kamen alle wieder gesund und munter ins Forschungscamp zurück. Kann man Erfolge mit Maultaschen und Kartoffelsalat feiern? Geht schon!

Am Abend begegneten wir wieder Noah mit seiner Arche. Auch er und alle aus seiner Familie hatten Grund zu feiern: Die weltgrößte Tierrettungsaktion, das Ende der Flut, und im Regenbogen eine neue, gute Basis im Verhältnis zu Schöpfer und Schöpfung. Regenbogen gibt‘s übrigens noch heute immer wieder…