Alles auf einmal geht nicht: Die Hobbygruppen waren auf der Zielgeraden und wollten vollendet werden. Aber genauso sollte doch der Atlantis-Forschung mit unseren neuen U-Booten neuer Schub verliehen werden. Wir entschieden uns für…
beides. Nur eben nacheinander.

Die meisten Hobbygruppen wurden tatsächlich fertig und die Ergebnisse lassen sich sehen. Hören lies sich nur ein Projekt. Bereits zum zweiten Mal ging unser eigenes Radio auf Sendung. Die beste Musik, spannende Infos, aktuelle Umfragen und die Lottozahlen vom nächsten Samstag trieben die Zuhörerquote in die Höhe. Mit 100% liegen wir hier lokal absolut an der Spitze. Die Fortsetzungsgeschichte, die zwei ehrgeizige junge Autorinnen exklusiv für den besten Sender geschrieben haben, garantiert weiterhin bleibendes Interesse.

Viel zu früh und trotzdem heiß ersehnt gab‘s Mittagessen: Sahnegeschnetzeltes auf Reis an buntem Salat und als Dessert wurden Früchtchen in Joghurtcreme gereicht. Danach noch ein kleines ein Ruhepäuschen zur Regeneration und anschließend alle Teams technisch perfekt ausgerüstet an den See. Genau so lassen sich wissenschaftliche Erfolge erwarten. Wir warten immer noch, denn es kam halt wieder mal alles ganz anders.

Am Götzenbachsee angekommen staunten wir nicht wenig. Ein Walfisch hatte sich auf den Strand verirrt. Es dauerte Stunden, den armen Kerl wieder ins lebensrettende Wasser zu bringen und es brauchte all unsere Kräfte. Der eine oder die andere mochte schon einen Scherz mutmaßen und dachte an den Faschingsschlager „Schieb den Wal zurück ins Meer“ Doch die ganze Angelegenheit erwies sich als Teil eines BE. Ein gewisser Jona hatte nämlich seinen Job nicht übernehmen wollen. Da brachte ihn der Wal zurück auf den rechten Weg. Der kam dabei aber selber vom Kurs ab und landete statt im Nordatlantik auf der Ostseite unseres Sees. Und erneut staunen wir über die quantitative Verschränkung von Atlantik/s und Götzenbachsee. Wenn das kein transatlantischer Hinweis ist.

Die Tragik des Tages: Jetzt haben wir U-Boote und können sie nicht einsetzen mit Rücksicht auf den Wal im See. Also fassen wir uns schweren Herzens in Geduld – und kompensieren den aufgestauten Forscherdrang in einer Wasserschlacht. Darum war zurück im Camp natürlich erst mal Duschen angesagt.

Wie läuft die Abendgestaltung nach nicht getaner Arbeit auf einem international besetzten wissenschaftlichen Großevent üblicherweise? Entspannung, Zerstreuung, Suff…
Für letzteren standen an der Bar Zitronentee, Aprikosendicksaft und Wasser für Longdrinks und Mixgetränke bereit. Leider ging es bei uns nicht ganz so harmlos ab. Die einen schleuderten regelrecht spitze Stöcke, andere lärmten auf Holzkisten – Cajon genannt und einige sind geradezu auf den Hund gekommen (keine Sorge: Therapiehund). Als es schließlich sogar einen Mord in Göggingen gab, wie sonst nur in Palermo, da war der Tiefpunkt des Abends erreicht. Die Spät-Vorlesung zum Thema Atlantis dagegen besuchten nur wenige disziplinierte Forscher.