Heute ist ein ganz besonderer Tag! Unsere beiden Taucher haben im See eine Säule entdeckt und auch gleich geborgen. Diesen schönen, zweifelsfrei dem altgriechischen Kulturraum zuzuordnender Glücksfund sehen wir als entscheidenden Hinweis, wenn nicht gar als belastbaren Beweis.

Doch sollten wir unser wissenschaftliches Logbuch chronologisch führen und beginnen daher mit dem Vormittag. Der Vierklang der klassischen Elemente widmete sich ganz der Luft: Seifenblasen, Schwungtücher und Druckexperimente, man kann jede Menge Spaß mit der Luft haben. Auf jeden Fall viel mehr als ohne sie. Das würde nämlich kaum ein paar Minuten gut gehen. So gesehen ist Luft unser wichtigstes Lebensmittel.
Die leicht bewegte Luft, der laue Wind erscheint von besonderem Interesse. In diesem leisen Hauch erkennt Elia seinen Herrn und wir freuen uns einfach über den sanften Wind. Schließlich beendete er das feucht-tropische Klima der vergangenen Tage.

Die wiedergewonnene Leistungsfähigkeit wurde gleich eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Unser Projekt-Team Fußball besiegte seine Gegner absolut eindrucksvoll, obwohl die an Kraft, Spielerfahrung und Lebensjahren weit überlegen waren. Die Betreuer mussten ihre Niederlage einräumen, wenn sie auch wie die Löwen gekämpft haben. Wenigstens gelang ihnen ein Ehrentor, in der Verlängerung. Es war ein faires Spiel und ein verdienter Sieg für die junge Mannschaft im roten Dress.

Zur Belohnung gab‘s eine ganze Wanne voll Kartoffelschnitz und Spätzle, auch als Gaisburger Marsch bekannt. Schokopudding rundete das schwäbische Nationalgericht ab. Eine rein heimische Spezialität also? Und woher stammen die Kartoffeln? Wo wächst die Kakaobohne? Beides kommt von jenseits des Atlantiks, kann also mit Recht als „transatlantisch“ gelten. Aber halten wir uns nach der reißerischen Überschrift nicht mit solch kleinen Spitzfindigkeiten auf.

Mitten in einen unspektakulären Lagernachmittag hinein platzte die Bombe, genauer die Säule. Das tonfarbene rotbraune Relikt schließt Marmor und damit eine späte griechische Ära aus. Das eindeutige Urteil der Wissenschaftler: frühgriechisch – oder eben atlantisch. Das wird in der internationalen Fachwelt ein gewaltiges Aufsehen geben, soviel ist sicher.
Aber auch die Verschwörungstheoretiker erlebten eine große Stunde. Schwerwiegende Fragen wurden in die Runde gestreut: „Kann sich tönernes Material über Jahrtausende ebenso gut erhalten wie Marmor?“ „Wieso versäumten die Forscher eine eindeutige wissenschaftliche Dokumentation?“ und „Warum kamen beide Taucher und die Säule völlig trocken aus dem See?“

Jedoch haben wir uns von diesen Unkenrufen das direkt anschließende, spontane Freudenfest nicht verleiden lassen. In Ermangelung gesicherter Kenntnisse über die Feiergebräuche in Atlantis kamen griechische oder arabische Elemente wir Gyros oder Bauchtanz zum Einsatz. Glücklicherweise waren keine mittelamerikanischen Opferriten notwendig, denn die Musik entstammte sämtlich den letzten 60 Jahren.
Nach einem unbeschwert fröhlichen Fest gab es am Ende doch noch die eine oder andere Träne, denn mit dem heutigen Abend haben wir schon wieder die Mitte des Atlantis-Zeltlagers 2017 überschritten.

Immerhin haben wir nach der heutigen Sensation endlich wieder gute Gründe auf einen erfolgreichen Abschluss der Forschungsperiode 17 zu hoffen.