… der NSA folgte sofort und in voller Härte. In der Frühe fuhren zwei „Men in black“ vor und blitzdingsten die Mitarbeiter. Damit neutralisierten sie deren Erinnerungen an die erfolgreiche Atlantis-Forschung und selbst an das Atlantis-Camp vollständig. Danach dachten die geblitzten doch im Ernst, sie wären auf einem Sport-Drill-Lager.

Da Kinder nicht neutralisiert wurden, waren unsere jungen Forscherkollegen plötzlich ganz auf sich selbst gestellt. Wer nun aber hilflose kleine Mädels und Jungs erwartet hätte, der täuscht sich gewaltig. So auch die beiden „Men in black“. Die konnten von Glück sagen, dass sie mit heilen schwarzen Anzügen und überhaupt mit heiler Haut ihren Wagen wieder erreicht haben. Und bereits an der Schranke wäre ihr Rückzug fast zu Ende gewesen, denn die die war lange Zeit fest in der Hand von empörten Kindern. Aber dann haben die geblitzten Sport-Freunde nicht eingegriffen und die Schranke geöffnet.

Nicht lange und die Drill-Instruktoren auf ihrem vermeintlichen Sportler-Lager wurden ganz schön anstrengend. Ihnen war weder mit Argumenten, noch mit Überredung beizukommen und ganz ordentlich streng waren sie auch plötzlich. Blieb nicht viel anderes übrig, als auf deren Wahn einzugehen – wenigstens zum Schein.

Woher die Pläne für den De-Neutralisator gekommen sind, konnte im Nachhinein keiner so recht sagen, aber die Hauptsache ist ja auch, dass unsere Mädels und Jungs das Ding bauen konnten. In konspirativen Ecken des Lagergeländes haben sie insgeheim alle notwendigen Bauteile für den De-Neutralisator organisiert und zusammengetragen, die Konstruktion realisiert und erprobt, bis sie schließlich einsatzbereit war. Nun kam aber der schwierigste Teil. Nicht ganz freiwillig wollten sich die neutralisierten Sport-Freaks wieder in die Realität zurückholen lassen.
Beim Mittagessen mit Schupfnudeln und buntem Gemüse waren alle soweit re-orientiert, sodass sie jetzt wieder genau wissen, wo Atlantis liegt.

Nach glücklich überstandener akuter Gefahrenlage wird gerne ein Dankgottesdienst gefeiert. Unser Lager-Go-Di war da echt angemessen und gleichermaßen rekordverdächtig: über hundert Funktionsträger, die sich aktiv ins Gottesdienstgeschehen einbringen kennt man sonst nur von Kirchentagen.
Gleichzeitig war dieses letzte gemeinsame Programm vor dem Hajk natürlich auch eine schöne Gelegenheit Sorgen vorzutragen, um Schutz und guten Verlauf zu bitten, sich beim Abendmahl zu stärken und den Reisesegen zusprechen zu lassen.
Ganz abgesehen davon hat‘s einfach Spaß gemacht, mal wieder „die kleinen Fische“ zu hören…

Und jetzt sind also alle in froher Erwartung eines spannenden, erlebnisreichen, erholsamen Hajk. Gleichzeitig bedeutet diese Dreitage-Wanderung aber auch schon wieder einen viel zu langen Stillstand in unserer Atlantisforschung und natürlich auch in der Berichterstattung darüber.
Die ernst zu nehmende Wissenschaft lässt ihre fähigsten Köpfe und fleißigsten Forscher klettern gehen, Schlösser besichtigen, Pferde besuchen, Fußball spielen, Baden gehen, Pfade finden oder Minigolf spielen. Welch Verschwendung humaner Ressourcen. Aber vielleicht ist ja der Berichterstatter auch einfach noch nicht vollständig de-neutralisiert.