… heute oder erst wieder in 15.000 Jahren. So die Kern-Aussage der Theorie unseres Professors Hansen-Petersen, für wissenschaftliche Laien leicht vereinfacht und von 3.000 auf drei Worte heruntergebrochen. Alle Planeten in einer Linie… Vollmond… Rekord-Springebbe im Götzenbachsee um nur die wichtigsten Elemente zu erwähnen. Und dann darf es natürlich nicht mehr regnen, denn sonst wird der Effekt wieder abgeschwächt. Abgesehen davon fängt ja auch bald der Lager-Abbau an!
Der Zweifel am Erfolg der diesjährigen Atlantis-Forschungs-Kampagne verdichtete sich.  Es müsste schon alles optimal laufen, wenn wir noch erfolgreich sein wollen.

Mal ehrlich, wie machen Sie das, wenn Ihr Türschloss vom Auto ständig auf Diebstahlschutz geht, das Netzwerk abstürzt, der Keller immer feuchter wird, oder Ihr Herzschrittmacher aussetzt – dann sucht man doch die Hilfe eines Spezialisten. Genau das machen wir auch, empfahl der Professor. Also suchten unsere vier Forscherteams nach der kundigsten, besten, stärksten, coolsten und schönsten Lichtgestalt ihres Elements. Und weil so ein Supermann/-Frau gar nicht super genug sein kann, war es die Aufgabe der Teams, ihre Spezialistin weiter aufzubauen, auszurüsten, zu optimieren und verschönern.
Besonders interessant an dieser Stelle: Drei der vier Giganten sind Frauen.

Ratzfatz war der Vormittag um und unsere Alleskönnerinnen bestanden auf Mittagspause und Nahrungszufuhr. Also setzten sich halt alle hin und ließen sich die neueste Kreation der Lagerküche schmecken: Grießbrei Atlantis mit Obstkompott. Der Dreizack des  Meeresgottes Poseidon auf jedem Teller stellte die mythische Verbindung zu Atlantis her.  So vereinten und verstärkten sich die Energien der vielen Esser und kamen damit voll unseren Giganten zugute.

Und schließlich waren alle Vorbereitungen aufs maximaloberoptimalste abgeschlossen. Wenn man mal von dem Regen absehen wollte, der die Springebbe des Götzenbachsees natürlich ein klein wenig einschränkte. Die Spezialisten der Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft verlegten ihren Einsatzschwerpunkt runter an unseren See und die Forscherteams begleiteten Ihre Hoffnungsträger. Dann folgte der Kampf der Giganten. Nur dem stärksten, besten, schönsten war es prophezeit die Herkulesaufgabe zu bewältigen. Nach langem Kampf triumphierte die Avatarin der Erde und schritt an den See zur Tat. Laute Jubelrufe von allen Seiten spornten sie an und sie legte sich ins Zeug bis Erdbrocken durch die Luft flogen. Leider ohne Erfolg. Doch die Enttäuschung unserer Atlantis-Forscher blieb aus und ihre aufpeitschenden Zurufe legten nicht nur neue Energien frei, sondern auch neue Ideen: „Arbeitet doch alle zusammen!!!“ Diesem Mantra aus der Motivationsforschung folgend standen schließlich alle am Seeufer, die Superfrauenliga mitsamt allen Unterstützern und gaben einfach nur ihr Bestes. Damit endete diese Ära und eine Neue beginnt…

 

Atlantis – ist wieder da…
… aufgetaucht aus dem niedrigen Wasserspiegel des Götzenbachsees.

Rauch, Explosionen, Lärm, sogar ein Beben konnte man spüren und Mauern, ja Türme stiegen langsam aus dem See auf. Unsere Giganten, die Meerjungfrauen, der Professor und die meisten der Forscher waren sich sofort einig:

Das isses! Also Atlantis!! Das Atlantis!!! Das echte Atlantis!!!!

Natürlich mussten wir auch ganz nüchtern feststellen, dass die Größenangaben des griechischen Philosophen Plato schlicht übertrieben waren. Aber wer die Säulen des Herakles von Gibraltar in die Alpenpässe verlegt, der mogelt vielleicht auch bei der restlichen Beschreibung ein bisschen. Außerdem behauptet Plato ja auch gar nicht, Atlantis mit eigenen Augen gesehen zu haben, im Gegensatz zu uns!

Naja, ganz ehrlich – auch wir haben Atlantis ein bisschen aufgeblasen. Was wenn Plato einfach noch ein bisschen mehr aufgeblasen hat? Und das Glück hatte, dass die ganze Sache nicht geplatzt ist?

Egal, jetzt war erst mal aller Grund gegeben zu einer Riesenfete. Fröhlich, ausgelassen, überschwänglich und stundenlang…