Heute Morgen entwarfen einige pessimistische Hilfswissenschaftler eine furchtbare Theorie: Der Fluch über Atlantis wirkt fort und der Untergang gibt die Insel nicht auf. Da Atlantis aus dem Wasser gehoben wurde, kommt nun das Wasser zurück zu Atlantis. Zumindest machte das heftige Regenwetter genau diesen Eindruck.

Unser junges, motiviertes Abbauteam ließ sich davon jedoch nicht die Stimmung vermiesen. „Wenn wir eh nasse Zelte abbauen, dann darf es doch auch dazu regnen.“ Und genau das tat es. Nun sind 42 Zelte aber ein Haufen Stoff und keine Handbreit davon sollte etwa feucht eingelagert werden. Nicht mal an den Nähten und Spannschnüren. Darum hängen inzwischen viele der Atlantiszelte zum „lüften“ in Ebersbach.

Das Mittagessen hatte eine dreifach positive Auswirkung: Die Schinkenspätzle mit  Kräuterschmand und Salat haben hervorragend gemundet. Danach ging die Arbeit gleich wieder locker von der Hand und – der Regen hat aufgehört, teilweise guckte sogar mal kurz die Sonne raus. Und es gilt inzwischen als erwiesen: bei Sonnenschein bauen wir viel lieber nasse Zelte ab als bei Regen! Tja, Atlantis geht halt nicht im Trockenen.

Noch viel nasser als unsere Atlantissuche verlief übrigens 1975 die Langzeit-Exkursion des französischen Meeresforschers Cousteau. Von Griechenland offiziell beauftragt führte der vor Santorin eine unterseeische Suche nach den Resten von Atlantis durch. Ein Projekt, das von der Staatskasse mit umgerechnet 1,8 Millionen Dollar subventioniert wurde – und natürlich völlig erfolglos verlief, denn inzwischen wissen wir ja….
Cousteau dankte dann seinem Auftraggeber mit folgender Veröffentlichung: bei der Saga von Atlantis handele es sich nur um ein von Platon geschaffenes „Märchen“. Das legendäre Inselreich habe es nie gegeben. Damit standen die griechischen Auftraggeber dann erst recht im Regen – und zwar viel mehr, als wir beim Abbau.

Hätten die Griechen mal lieber die CVJM-Forschungsgesellschaft beauftragt. Unseren pfiffigen Forschern wäre es womöglich gelungen ein weiteres Atlantis vor Santorin zu finden. Und das sicher für einen Bruchteil der Kosten und bei deutlich positiverer Öffentlichkeitsarbeit. Vielleicht sollten wir auch mal bei der Gemeindeverwaltung von Göggingen anfragen?

Gegen Abend waren dann mit den Rundzelten die letzten bequemen Privatquartiere abgebaut und verschwunden. Die Helfer schlafen die letzte Nacht wie die Ölsardinen in den fünf Großzelten. Immerhin funktionierte die Verpflegung noch auf hohem Niveau: Selbstgegrilltes am abendlichen Lagerfeuer. Allein die Bestellung des Grillguts lies die freie Auswahl zwischen sieben verschiedenen Leckerbissen zu. Zu unserem atlantischen Feuerzauber hätten wir auch Herrn Cousteau einladen sollen. Da hätte er mal was wirklich märchenhaftes zu vermelden.