Nein, es war nicht Cheops, der Pharao – der war lediglich Auftraggeber. Er hatte seine Architekten und Baumeister, doch auch die bauten nicht wirklich selbst. Tatsächlich geschuftet, geschwitzt und sich ins Zeug gelegt haben sich abertausende Sklaven. Meistens nicht ganz freiwillig, dafür ohne Bezahlung. Zu essen gab es gerade genügend, dass sie am nächsten Tag weiter arbeiten konnten.

Weil wir uns das heute kaum noch richtig vorstellen können, unterzogen sich unsere Ägyptologen den ganzen Vormittag lang einer groß angelegten Reihe von Selbstversuchen: große Steine schleppen, Wasserversorgung ohne Wasserleitung und viele andere.
Das war ein hartes Stück Arbeit, stets unter dem hilfreichen Kommando des strengen Aufsichtspersonals. Wer nun die Meinung vertritt, ohne Peitschen sei das zu unrealistisch, den können wir ab 10. August zum Abbau einladen. Da machen wir dann alles richtig…

Zum Glück konnten wir uns rechtzeitig vor dem Mittagessen vom Sklavendasein verabschieden, denn das hätte auf keinen Fall gepasst: Es wurde Tomatensauce mit Gemüse-Einlage an Spagetti al dente gereicht, gefolgt von Neapolitaner-Creme als Dessert.

Der Nachmittag folgte der freiwilligen Linie: Hobbygruppen, wohl der Inbegriff völlig freiwilliger Tätigkeit, wenn auch ebenfalls unbezahlt. Aber schon die Qual der zehnfachen Wahl geht mit Härten ganz anderer Art einher. Womit wollen wir die nächsten Tage füllen – etwa mit der Herstellung von original ägyptischen Perlenarmbändern, wie wir sie aus vielen Grabfunden kennen? Vielleicht eine Schatztruhe für den privaten Schmuck oder das Familiensilber? Oder doch dem Beispiel Cheops folgen? Morgen mehr dazu.

Rechz und Lynx – von der Sphynx
In der vor-pharaonischen Zeit, also vor rund 6000 Jahren, existierten auf dem Gebiet des späteren Ägypten mehrere kleinere Reiche. Deren Gaufürsten führten auch Kriege gegeneinander und meist wurden dabei viele Gefangene gemacht. Die Sieger hatten kaum Interesse am Leben und Wohlergehen der Gefangenen. Es war die erste Tarifeinigung in der Menschheitsgeschichte, als sich Sieger und Besiegte darauf verständigten, dass die Gefangenen Verpflegung, Unterkunft und Schutz erhalten sollten und im Gegenzug als Arbeitnehmer zur Verfügung zu stehen hätten. Doch welcher Umstand sollte dazu führen, dass die Sieger ein besonderes Interesse am Wohlergehen der Arbeiter hätten? Das gelang erst mit der Regelung, dass diese Gefangenen in die Verantwortung eines Herren überführt wurden, der sie als Sklaven nutzen durfte wie seine Viehherden und sein Eigentum. Denn: „auf sei Sach passt mer auf“ –  eine echte Sozialrevolution.