Wer im Ägyptischen Hinterland unterwegs ist muss seine Unternehmungen immer an die Temperaturen anpassen, das ist eine alte Karawanenweisheit. Neu ist, dass das Wetter sich unseren Unternehmungen anpasst.

Ein freundlicher Wolkenschleier nahm der sengenden Sonne die stechende Einstrahlung und minderte die Mittagshitze beträchtlich. Fast fühlte es sich an wie Wandern im Wald auf der Schwäbischen Alb, als zwischen 10 und 12 Uhr nach und nach alle Forschergruppen loszogen. Unterschiedliche Ziele, Wege und Herangehensweisen haben sich die Teams vorgenommen. Die einen planen die Morgenfrühe zu nutzen und um 5 Uhr aufzustehen, die anderen wollen die Nacht zum Tage machen und so völlig unbeschwert vorwärts kommen. Eine ganz andere Taktik ist es, einfach im Schatten der Pyramiden zu warten, bis Grabräuber mit ihrer Beute vorbei kommen und sich diese dann zu sichern zur wissenschaftlichen Auswertung.

Wie immer in Forscherkreisen geht es natürlich um den Ruhm der ersten Veröffentlichung in der einschlägigen Fachliteratur. Sowohl Foto-Paparazzi als auch Wissenschaftsspione mit dunklem Hintergrund werden sich sicherlich an die Fersen unserer Teams hängen und ihnen die eh schon schwierigen Ausgrabungsarbeiten nicht eben leichter machen.

Und dann auch noch das Krokodil von Kleopatra! Es bewacht seit heute Nacht den Eingang unser Essens- und Versammlungshütte. Das haben wir Alt-Ägypter nun davon, dass wir diese Lokalität „Krokodil-Fütterung“ genannt haben. Immerhin wissen wir die Kinder erst mal in Sicherheit…