Im Lager der Ägyptenforscher hat man es heute noch einmal eher ruhig angehen lassen.
Im Wüstenklima empfehlen sich die Vormittage und die abendliche Abkühlung für schweiß-freie Aktionen.

Die angenehmen Vormittagsstunden gehörten dem Sport, vielen Werkangeboten und der Felderkundung. Heute ging es unter anderem um ein Bauwerk der jüngeren Vergangenheit, im Alt-Ägyptischen Maßstab gesehen. Eine Gruppe erforschte die Turmburg Blankenstein aus dem 12. Jahrhundert. Obwohl der Freiherr souveräner Herrscher seines eigenen Staates mit drei Albdörfern war, verschuldete er sich – unglücklicherweise bei den Württemberger Grafen. So kam er in den Stuttgarter Schuldturm und Württemberg an eine Herrschaft im oberen Lautertal. Dieses „württembergische System“ hat unser Ländle einst groß gemacht und heute sind alle Steuerzahler wieder Schuldner des Baden-Württemberger Finanzsystems – der Schuldturm in Stuttgart lässt grüßen.

Wie kommen wir jetzt zum Thema schwäbische Kässpätzle? Egal, auf jeden Fall war das Mittagessen derart schmackhaft, dass in Rekordzeit alle Schüsseln und Pfannen leer geputzt waren und nicht mal Reste auf den Tellern liegen blieben. Zum Glück gelang es den Köchen, den Restappetit in Sahne-Apfelmus zu stillen.

Nach der Siesta wurde der Tag dann sogar noch zu einem richtigen Sonntag. Wir ließen uns erneut bedienen, diesmal durch einen Gottesdienst. Morgen ziehen wir schließlich aus und gehen auf den Hajk. Ganz ähnlich war ja auch der Auszug des Volks Israel.
Die Unterschiede: Das Volk kehrte nicht mehr zurück, sondern war 40 Jahre in der Wüste unterwegs. Wir dagegen werden schon am Dienstag wieder da sein. Und die Hitze der Wüste Sinai wird die Schwäbische Alb wohl nicht erreichen – obwohl…
Israel bekam auf seinem Hajk ja auch die 10 Gebote überreicht und die gelten heute noch.
Wir haben sie uns als 10 Angebote zusprechen lassen. Und damit ganz neu entdeckt, wie sinnvoll und bedeutsam diese Regeln und Versprechen für uns und unser Zusammenleben sind. So gestärkt kann der Hajk kommen!

Auch der Abend stand ganz im Zeichen der anstehenden großen Forschungstour. Wir wollen in qualifizierten Teams ägyptische Schätze suchen, finden und wissenschaftlich auswerten. Diese Ausgrabungskampagnen sind natürlich mit der Altertumsbehörde eng abgestimmt und voll und ganz legitimiert. Schließlich wollen wir nicht, dass uns der Fluch des Pharao trifft, wie so manchen gemeinen Grabräuber.

Vielleicht hat morgen noch das eine oder andere Team kurz Zeit für ein Interview mit den Berichterstattern und wir können noch Einblicke in die Konzeption unseres Forschungs-Netzwerks geben, bevor dann alle für zwei Tage von der Bildfläche verschwinden.

Rechts/links
vom Sphinx:
Man sieht, vieles ist eine Frage von Übersetzung und Darstellung.
Heißt das erste Gebot:
„Ich bin der Herr Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ oder
„Gott gibt Dir alles, was wichtig ist. Lass dein Leben nicht von andern bestimmen.“