Erst gestern hatten wir einem Sandsturm, nur halt ohne Sand. Die Zelte haben das ausgehalten, aber zwei Pyramiden sind zusammen gefallen. Sollten wir beim Pyramidenbau doch wieder auf Steinblöcke setzen?
Ja und heute früh hat es in unserer Wüste schon wieder geregnet und alles wurde tropfnass. Für Zelte kurz vor dem Abbau noch übler, als Sandsturm. Doch davor sind die Zelte ja erst mal zu leeren, räumen und putzen. Schon vor dem Frühstück begab sich das erste ganze Zelt auf Wanderschaft.

Anschließend ging‘s ans Packen, vorher waren unzählige Gebrauchsutensilien von Wäscheleine, aus Sanitärgebäude und Fundkiste an große und kleine Verlierer, Vergesser und Verschlamper zu verteilen. Danach wurden Rucksäcke, Koffer und Taschen hin und her geschobenen, Feldbetten stapelweise umgezogen und gekonnt zusammen gelegt.
Dann wurde es spannend: Zelte „hochbocken“, also zur besseren Unterlüftung auf Bierbänke hochstellen. In diesem Zustand sind Zelte sehr anfällig, also jetzt durften erst mal keine starken Winde mehr kommen, egal ob mit oder ohne Sand. Aber nur so hatten wir eine Chance auf den baldigen Abbau einigermaßen trockener Zelte. Wenn man die beim Faustreifenreinigen oder Heringsputzen mal nicht gleich wieder nass macht…

Mitten ins organisierte Chaos hinein reichte die Küche Gaisburger Marsch. Endlich wieder schwäbische Hausmannskost, an der sich jeder erstmal so richtig satt essen konnte.

Ägyptologen sind sehr vergangenheitsbezogene Typen. Daher wäre die Frage: „wie hat euch Ägypten gefallen?“ sofort in eine Riesen-Fachdiskussion ausgeartet: Für die Pharaonen oder die Sklaven?“ „In welcher Dynastie denn?“ „Über welches Jahrtausend reden wir hier???“ Wie einfach sind dagegen Klebepunkte. So wissen wir zwar nicht, wer die meist gute und sehr-gute Bewertungen abgegeben hat, aber das Gesamtbild wird uns sicherlich bei der kontinuierlichen Qualitätssteigerung unserer Arbeit helfen.

Das Abschluss-BE zum Thema Liebe erlebten viele Ägypter Hand in Hand, wie auf dem bekannten Ägypten-Fries, wo eine lange Reihe Menschen Hand in Hand hintereinander her geht (walk like an….). Unsere Reihe war unendlich lange, was man mathematisch korrekt von einem Kreis behaupten kann. Und weil so ein Zeltlager leider nicht ewig dauern kann, rückte schließlich die traurige Stunde des Abschieds immer näher. Die jüngeren Ägypter mussten zum Bus und wurden stilvoll verabschiedet. Das starke und zusätzlich aufgebaute Abbauteam dagegen zieht in die Großzelte.

Wir freuen uns sehr darüber, dass der Abbau personell wieder gut besetzt ist. Die Zahl der Pyramiden auf der Welt ist schon wieder am Sinken. Ach ja, unsere Zelte sind im freundlichen Wüstenklima doch noch ganz gut abgetrocknet. Die Arbeit schreitet so zügig voran, dass jetzt erst mal Lagerfeuer als Pflicht für alle eingeschoben werden musste. Nur so konnten wir sicher stellen, dass für morgen noch Abbau übrig ist.

Rechts/links
vom Sphinx
Der ägyptische Name Alt-Ägyptens lautete „Kemet“ und bedeutet „schwarzes Land“. So heißt der schwarze Schlamm, der nach der jährlichen Nilschwemme zurückblieb und eine fruchtbare Ernte garantierte.