Im Norden, Osten, Westen, Süden
da bau‘n wir neue Pyramiden.

Zum Abschluss der empirischen Feldforschung stand heute nochmals ein großes Ereignis an. Es war einer der diesjährigen Höhepunkte und zugleich der Einstieg in den Ausstieg.
Jede Forschungs-Gemeinschaft sollte im angenommen historischen Umfeld eine eigene Pyramide realisieren. Zunächst in der Planungsphase, dann mit dem Ressourcen-Management und schließlich mit der Umsetzung.

Die Tagesaufgabe im Rahmen eines Geländespiels forderte die Zusammenarbeit aller Beteiligten, selbst über die Grenzen der Gruppen hinweg. Der großräumige Zusammenhang umfasste das gesamte Alt-Ägyptische Großreich vom Roten Meer, über den oberen und unteren Nil. Unser Krokodil war natürlich begeistert, winkte seinem Heimführungskommando nochmals zu, lies letzte Grüße an König Karl ausrichten und stürzte sich in die Fluten. Darum müssen Menschen den Nil meiden – wegen der vielen Krokodile. Hier galt es Lastenschiffe zu erwerben und auszubauen. Das ist die erste Aufgabe für den, der eine Pyramide bauen will. Und gleich danach sind die Rohstoffe aus Sand- und Stein-Wüsten unentbehrlich. Auch ein stattliches Gebirge war zu überwinden – nicht ohne erfahrenen Karawanenführer. Natürlich hatte mit dieser Riesenaufgabe niemand Zeit für die üblichen Verrichtungen des Tages. Sogar das Mittagessen musste im Rahmen des Geländespiels organisiert und auf den Baustellen eingenommen werden. Immerhin blieb uns für dieses Mal die Sklavenarbeit erspart. Wirtschaftlich selbstständige Unternehmer kommen effektiver ans Ziel, als unmotivierte, unterbezahlte Arbeitskräfte, das ist inzwischen auch in Ägypten bekannt.

Und so wurden die vier neuen Pyramiden nicht nur begonnen, sondern auch am gleichen Tag fertig gestellt. Da staunte der Pharao nicht schlecht, das hat es doch früher nicht gegeben. Noch nie dagewesen auch die künstlerische Ausgestaltung. Im Rahmen des Förderprogramms können die Kunden nun einfach, schnell und preiswert eine Pyramide für zuhause auswählen und kurzfristig realisieren lassen.

Nachdem die Jury des Architektenwettbewerbs die Siegerentwürfe ermittelt hatte, gab es Jubel und Applaus von allen Seiten. Es folgte eine rauschende Feier, das gesellschaftliche Großereignis dieser Saison. Die Herren trugen feinen Zwirn, die Damen das kleine Schwarze, und die Lakaien das noch kleinere Weiße, den ägyptischen Lendenschurz.
Der kulinarische Höhepunkt war eine aus alt-ägyptischer Sicht völlig neue Kreation: Langgezogene Brätrollen, in etwas Öl goldbraun angeröstet, in Stücke geschnipselt und angerichtet mit roter Sauce und gelbem Kurkuma-Koriander Gewürz. Diese Mahlzeit wurde erwartungsfreudig und begeistert angenommen. Auf die besorgte Anfrage an die Küche, ob es diesmal auch sicher reichen würde, kam die Antwort: „Des send fascht zwoihondert Currywürscht, des wird doch aaaber au lange!“
Danach ging‘s genauso stilvoll weiter. Mit Musik und Tanz, alternativ Lagerfeuer und Gruselgeschichte. Viel zu schnell war das Fest am planmäßigen Ende, darum gab es einfach außerplanmäßig noch einige Zugaben.

Rechts/links
vom Sphinx
In Ägypten gibt es heute etwa noch etwa 80 bekannte Pyramiden. Alleine am heutigen Tag haben wir diese Zahl um 5% erhöht.

 

PS: Voraussichtlich kommt der Bus am Freitag gegen 17 Uhr am Raichberg Schulzentrum an – wir bitten zu entschuldigen, wenn es etwas später wird!