Handicap – na und? Ganz unter diesem Motto sind wir schon seit 25 Jahren integrativ mit unserem Zeltlager unterwegs und freuen uns jetzt sehr, dass wir mit unserem Konzept den 1. Platz beim Inklusionspreis des Landkreises Göppingen gewonnen haben! 🙂
Dafür bedanken wir uns herzlich bei der Hohenstaufenstiftung und dem Landkreis.
Es freut uns, dass es im Landkreis so viele bunte Angebote gibt und wir sind stolz darauf, da mittendrin zu stehen. Auch die anderen eingereichten Projekte sind definitiv einen Blick wert!

Die Lokalpresse war am 4. Mai bei der Preisverleihung im Landratsamt auch anwesend:
> Filmbeitrag der Filstalwelle | 05.05.2022
> Artikel in der NWZ | 09.05.2022 (swp+)
> Artikel auf Filstalexpress | 05.05.2022

Mehr zum Inklusionskonzept unseres Zeltlagers:
Der CVJM Ebersbach führt seit 1981 Zeltlager und Freizeiten für Kinder und Jugendliche durch. Dabei ist es unser Selbstverständnis, dass Kinder mit und ohne Handicap im Rahmen der Möglichkeiten willkommen sind.
Seit genau 25 Jahren freuen wir uns nun mittlerweile schon darüber, dass jährlich immer auch einige Kinder mit Handicap die Vielfalt unseres Zeltlagers bereichern – darunter (Elektro-)Rollstuhlfahrer:innen mit oder ohne geistige Behinderung sowie Kinder mit Down-Syndrom, Entwicklungsverzögerung, Lernbehinderung, Diabetes, etc. Jedes dieser Kinder hat auf dem Zeltlager eine eigene Ansprechperson, die – je nach Bedarf – ausschließlich für dieses Kind zuständig ist.
Letztes Jahr feierten wir eine weitere Premiere: Wir konnten die Inklusion auch auf das Mitarbeiterteam ausweiten. Ein junger Mann mit Down-Syndrom, der selbst 4 Jahre lang als Teilnehmer auf unserem Zeltlager dabei war, kam erstmals als Mitarbeiter mit. Er unterstützte hauptsächlich unser Küchen- und Spülküchenteam, war aber auch bei verschiedenen Programmpunkten für die Kinder aktiv dabei.

Aufmerksamkeit, Respekt und wertschätzende Begleitung Einzelner verstehen unsere Mitarbeitenden als ihre zentrale Aufgabe. Deshalb stehen Begegnung untereinander und auch die Begegnung mit Gott durch verschiedene Angebote im Fokus. Ein breites und abwechslungsreiches Programm sowie eine dem Alter entsprechende Betreuung erwarten die Teilnehmenden. Die pädagogische Zielsetzung beinhaltet Begegnung, gemeinsames Erleben und selbstverständliches Miteinander-Umgehen. Kontakt- und Schwellenängste werden nachhaltig abgebaut. Alle Beteiligten lernen mit ihren Schwächen und vermeintlichen Stärken neu umzugehen. Die pädagogischen Grundlagen zielen darauf hin, die bestehenden Aus- und Abgrenzungen überwinden zu helfen. Auch die Kinder mit Handicap können außerhalb des üblichen „geschützten Umfelds“ einmal ohne Eltern Urlaub machen, Kontakte aufnehmen, an Wettbewerben teilnehmen, Chancen erfahren, eigenen Erfolg und Spaß haben.
Auch Kinder ohne Handicap lernen in starkem Maße ihre Schwächen anzunehmen und diese ohne Angst zu zeigen. Es zählt nicht – wie so oft im Alltag – in erster Linie die Leistung oder der Erfolg, sondern das gute Miteinander. Einer der beeindruckenden Erfolge dieses Konzepts ist schon mehrfach gelungen: Die Zeltbelegung eines gemischten Zelts aus dem vorjährigen Zeltlager wünschte sich genauso wieder zusammen, trotz aller Unterschiede – also selbstverständlich auch mit Rollifahrer:in.